Künstler

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Rusell Cobb



Russell Cobbs Universum ist so tief und voller Geheimnisse wie das reale. Auf spielerische Weise erforscht der englische Künstler und Illustrator die Zusammenhänge von Körper, Geist und Welt. Dabei gelingt ihm eine Bildsprache, die narrative und abstrahierende Elemente voller Leichtigkeit und sanfter Ironie verbindet. Ausgebildet in London und Zürich arbeitet der mehrfach preisgekrönte Illustrator nun wieder in London und wurde jüngst zum Chairman des britischen Institute of Illustrators gewählt.

Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit unterrichtet er außerdem an verschiedenen europäischen Hochschulen. Cobbs Arbeiten setzen sich zumeist aus mehreren Bildfeldern zusammen, die mittels humorvoll erklärender Sätze oder Beschriftungen zu einer thematischen Einheit zusammengefasst werden.

Inspiriert wird der Künstler dabei von Illustrationen und Schaubildern aus Enzyklopädien oder wissenschaftlichen Lehrwerken. Sein Stil jedoch ist in weiten Teilen eher malerisch. Fein aufgetragene, aber leuchtende Acrylfarben bilden sein bevorzugtes Medium. Die Körpervolumen der dargestellten Figuren sind zwar angedeutet, ihre Formen hingegen sind puppenhaft stilisiert und vereinfacht. Sowohl die geometrische Figurenauffassung Oskar Schlemmers bzw. des Bauhauses als auch die neusachlichen Gestalten eines George Grosz müssen hier als kunsthistorische Traditionslinie erwähnt werden.

In ihrer beinah konstruktivistischen Reduktion und scharfen Begrenzung erinnern die Einzelformen der Gegenstände und Farbfelder darüber hinaus an die amerikanische Hard-Edge-Malerei, wie sie beispielsweise Kenneth Noland vertreten hat.


Draw a line back again - Acrylic, 2005

Im thematischen Fokus von Cobbs Arbeiten steht häufig die eigene kreative Existenz, die er in ihrer Interaktion mit den Herausforderungen der technisierten Umwelt durchleuchtet. Wie z. B. in der Arbeit Unused Ideas, die seine eigenen, ungewöhnlichen oder unbenutzten Einfälle illustriert, findet er dabei zu phantastischen und verblüffend originellen Bildern.

Ein gehöriges Maß an Selbstironie ist außerdem dabei, wenn er in großen roten Lettern seinen Namen und den Titel der Arbeit ins Bild setzt und in scheinbarer Eigenwerbung zur Entdeckung seiner unbenutzten Ideen auffordert. Das ironische Infragestellen dient jedoch nicht allein humoristischen oder unterhaltenden Zwecken. Vielmehr unterstützt es die Suche nach den inneren Zusammenhängen einer Welt, die aus visuellen Eindrücken besteht.

Das Spielerische setzt nicht die Eindrücklichkeit außer Kraft, mit der die Bildgeschichten wirken und die Betrachter zur gespannten Teilnahme auffordern. In dieser Weise sind Cobbs Arbeiten Schau-Bilder im eigentlichen Sinne.

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