
Der Mensch ist das zentrale Element in Martin Haakes Collagen. Um den Menschen herum knüpfen sich Beziehungen, kreisen Stimmungen, entstehen Geschichten.
Der in Oldenburg geborene Künstler studierte zunächst in Berlin und arbeitete als freier Illustrator in Hamburg, London und heute Berlin. Mit seinen freien Arbeiten war er bereits auf verschiedenen europäischen Ausstellungen vertreten. Nach einer Phase, in der vor allem Zeichnungen entstanden, wandte er sich bald ganz der klassisch-manuellen Collage zu. Charakteristisch für seine Arbeitsmethode ist dabei Haakes humorvoller Blick; entweder steht dabei eine Grundidee am Anfang, die ihn auf der Suche nach verwertbarem Bildmaterial leitet, oder das zufällige Auffinden von Material, welches mit einem Gefühl korrespondiert, in dem schon die nächste Bildidee schlummert.
In seinem piktoralen Repertoire greift Haake häufig auf Fragmente aus der Populärkultur, der Technik oder der urbanen Alltagswelten zurück. Figuren werden beschnitten, maskiert und in neu gebaute Räume versetzt. Berge interagieren mit Familiendarstellungen, umrankt von typografischen Sprechblasen, die scheinbar aus dem Zusammenhang gegriffene Äußerungen beinhalten. Auch das Moment proportionaler Kontraste und Unwahrscheinlichkeiten spielt eine große Rolle, wenn beispielsweise ein großer roter Mund neben einem viel kleineren Kopf schwebt. Immer ist es Haakes Strategie, den Betrachter zunächst zu verunsichern, um dadurch die Imagination einer anderen Welt, eines künstlerischen Paralleluniversums anzustoßen. In der Verbindung mit Elementen der Pop-Kultur entsteht jedoch eine eigenwillige und einzigartige Melange voller Humor, Geheimnis und Subtilität.