
Die gebürtige Pariserin, der seit 4 Jahren in New York lebt und arbeitet, ist durch ihre Modeillustrationsstrecken für die italienische Vogue international bekannt geworden. Ihre Arbeiten zeigen nicht die übliche geschmeidige, aber harmlose Stilistik, mit der die gängige Modeillustration oft in Verbindung gebracht wird, sondern eine spezifische Unentschiedenheit, mit der sich ihre Bilder einen Platz irgendwo zwischen Hans Holbein, David Hockney und Freddie Mercury suchen.
Diese pendelt zwischen Detallantes akkurat kleinbürgerlichen Strich und den bohemistischen Rollenübertretungen ihrer Figuren, die sich auf abstakt glänzenden Disco-Hintergründen produzieren. Hier gibt es sicherlich auch hier und da Anleihen aus der aktuelleren Modefotografie – dennoch folgt Jeanne Detallante nicht den üblichen ästhetischen Pfaden der Modewelt. Detallante geht es um die Verunsicherung des Betrachters.
Auf den ersten Blick sollen ihre Bilder ganz harmlos aussehen, um sich dann mit einem ganz anderen visuellen Echo zurückzumelden. Amateurfotos haben oft diese Qualität, bei denen unbewusst etwas falsch gemacht wurde, das ihnen aber im Nachhinein eine besondere Bedeutung verleiht. „Schrägheit ist zentral für mich“, sagt die 29-Jährige, „irgendetwas darf nicht stimmen. Im Unterschied zur Fotographie gibt mir die Zeichnung die Freiheit, eine Figur aus vielen verschiedenen zusammenzusetzen, die nicht zusammen passen.“